ENF-Schränke

ENF-Schränke

Beitragvon Eggersdorf 2 » Freitag, 28. Dezember 2018, 18:02:06

ENF = Einheits-Niederfrequenz-Endschaltungsschrank gehörte zur analogen Niederfrequenztechnik. In der Hauptsache diente der ENF der Umwandlung einer Vierdrahtleitung ( liegt NF-seitig an TF-Übertragungstechnik an) in eine Zweidrahtleitung, die dann beim Teilnehmer auf das OB-Telefon oder ähnliches geschalten werden kann.
Gleichzeitig erfolgte eine Rufumwandlung, um TF-seitig die Rufe richtungsgebunden als Signal Erde übertragen werden konnte.

Bestückung u.a. mit:
K 108/2 = Umschaltkassette
K 109 = Nachbildkassette
K 181/3 = Gabelkassette
K 182 = Einfrequenztonzeichenempfänger
K 183/2 = Generatorkassette
K 184/2 = Prüfkassette

In der Üst2 Eggersdorf hatten wir 5 ENF-Schränke.
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Re: ENF-Schränke

Beitragvon Felix » Freitag, 28. Dezember 2018, 22:51:56

K181 war in jeder normalen Fernsprechleitung enthalten. Ohne K181 konnte keine Standverbindung zur Endstelle geschalten werden. Auf der 2-Draht-Seite mit Pegel 0 DB.
An der 4-Draht-Seite wahlweise einstellbar auf -17/+9 dB oder -14/+4 DB. Jeweils Sende/Empfangsrichtung.

-17/+9 waren die Werte NF-Seitig am Kanal für TF-Systeme über Gerät Z12 wie FB301 oder FB 321.
-14/+4 waren die Werte NF-seitig am Kanal für TF-Systeme über modernere Geräte UKM und VKM und VZ-12

K182 und K183 waren notwendig im Falle von Imband Tonfrequenzruf. Beispiel: Die Leitungen zur Interflug Schönefeld von uns oder ACC hatten alle keinen Systemruf- sondern Tont´ruf 2100 Hz. Um diese 2100 Hertz dann für unsere Endstellen in Eggersdorf/Fürstenwalde/Kolkwitz/Cölpin nutzbar zu machen, musste K182 und K183 in die Leitungen im ENF-Schrank enthalten sein. Plus Gabelkassette K181. Da brauchte dann eine Leitung statt 1 ENF-Steckplatz dann 3 Steckplätze und etliche Schaltarbeit im VZ- denn jeder ENF-Steckplatz war im VZ mit 2-Drahtseite und 4Draht-Seite + Rufadern zur Verschaltung herausgezogen und aufgelegt.

K108 hatten wir in Eggersdorf nach meiner Erinnerung nicht im Einsatz.
K109 war notwendig um lange Leitungswege nachzubilden. Hatten wir bei uns aber auch nicht.
K184- keine Ahnung mehr für was sie gut war.

Weiterhin hatten wir in Eggersdorf/Fürstenwalde/Kolkwitz/Cölpin/Ranzig/Wünsdorf die K850 im ENF-Schrank im Einsatz.
K850 war die Wählkassette. War notwendig zum schalten von Rufnúmmern über TF-Einzelkanäle. Wie 3185 von der Nebenstellenanlage BASA Eggersdorf zum Arbeitsplätz DNF im FBZ Fürstenwalde.
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Re: ENF-Schränke

Beitragvon Nordlicht » Freitag, 28. Dezember 2018, 22:53:22

K110 = ?? ( dürfte auch etwas mit Nachbildung zu tun haben)
K01 = Leerkassette
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Re: ENF-Schränke

Beitragvon Klara » Freitag, 28. Dezember 2018, 22:54:13

Manchmal steht man sich selbst auf dem Schlauch.
Was machte damals eine Torschaltung- für ein oder zwei Leitungen brauchten wir im ENF drei Steckplätze für eine Torschaltung. Also eine Torschaltung brauchte 3 Plätze.
Aber wozu und warum ?
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Re: ENF-Schränke

Beitragvon Eggersdorf 2 » Freitag, 28. Dezember 2018, 22:55:16

Die K110 kam in der Regel zusammen mit K850 zur Weiterschaltung von Rufnummern zum Einsatz. Wie 3185 und 3400 Eggersdorf nach Fürstenwalde oder H22443 (Amt Strausberg) in Eggersdorf weiter zu schalten nach Fürstenwalde.
Dann belegte eine Leitung halt 2 ENF-Plätze.
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Re: ENF-Schränke

Beitragvon Felix » Freitag, 28. Dezember 2018, 22:56:35

Klara hat geschrieben:Manchmal steht man sich selbst auf dem Schlauch.
Was machte damals eine Torschaltung- für ein oder zwei Leitungen brauchten wir im ENF drei Steckplätze für eine Torschaltung. Also eine Torschaltung brauchte 3 Plätze.
Aber wozu und warum ?



Torschaltung ist, wenn ein Signal nur durchgeschalten wird, wenn sich ein Schaltzustand ändert... oder so ähnlich.

Bei uns hieß die Konstellation "Torumschaltung" und die war im ENF für die Leitungen PN92300 und EF 26067. Die Verbindungen hatten 2 Grund- Endstellen A+B . Wie EF26067 Rotes Luch und FBZ.
In besonderen Lagen war der Verantwortliche B aber in der HFS Eggersdorf (C).
So das C eine Steuertaste auf seinem Pult hatte. Wenn die Verbindung in HFS gebraucht wurde dann "Taste drücken" und damit das Steuersignal zur Torumschaltung im ENF senden und die Verbindung lag dann als A+C an.
So war diese Torumschaltung im Prinzip gestrickt.
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