Stabsnetz/Armeefernnetz

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon werner » Samstag, 08. März 2014, 15:22:46

Auch im Stabsnetz der NVA waren Verbindungen zu anderen bewaffneten Organen oder "Zivil" Betriebe vorhanden.
Erinnere mich dabei besonders an Pinnow mit IWP und IFA-Werk Ludwigsfelde IWL....
werner
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Baron » Sonntag, 09. März 2014, 18:06:53

Klar, alle Elemente der Landesverteidigung waren schon vor dem S1-Netz untereinander verbunden.
Im neuen Deutschland war dann viel über unsere Teil-Nutzer-Netze gewettert worden. Was fand ich aber im neuen Deutschlannd vor ? Viele kleine Teilnetze außerhalb des öffentlichen Fernsprechnetzes.
Bundeswehrgrundnetz
Fernsprech/Fernschreibnetz der Landespolizei- so das jedes Bundesland sein eigenes Polizeinetz hat- über Querumstiege verbunden und wer z.Bsp. von Berlin zum BmI Bonn anrufen wollte- musste wissen das er dazu erst zum Landespolizeinetz NRW wählen musste um dann den Umstieg zum Ministerium zu bekommen.
Fernsprech/Fernschreibnetz des Bundespolizeibehörden
Fernsprech/Fernschreibnetz der Zollbehörden
Fernsprech/Fernschreibnetz der Atombehörde
Fernsprech/Fernschreibnetz Wetter
usw
usw
Unterm Strich- auch in der BRD hatte jeder Betreiber sein eigenes Fernmeldenetz.
Baron
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Volker » Freitag, 10. Juni 2016, 21:56:49

Hier wird nur von Fernsprech geschrieben. Aber auch Fernschreib war mit einem Stabsnetz ausgestattet und ab 1983 zum Sondernetz-1 überführt.
Beispiel auf der oben genannten NBA-Website.
http://www.nachrichtenbetriebsamt.de/stafs.jpg
Volker
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Braun » Freitag, 10. Juni 2016, 22:01:56

Volker, auf das Schema bezogen: ist bekannt warum FRR-16 Bernau am Telex Fürstenwalde war und nicht wie zugehörig über Telex Kolkwitz versorgt wurde ?
Braun
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Ecki » Freitag, 10. Juni 2016, 22:12:36

Wenn ich dabei an den neuen GS Müncheberg denke, war Fernsprech mit OB-Umsetzer zu den FuTK ausgestattet. Dieses System blieb auch mit dem S1 beibehalten.
205 war die S1-Einwahl zur ATZ im GS Müncheberg.
205+731p war die Verbindung zum GS Kolkwitz. Es meldete sich dann die Fernsprechvermittlung in Kolkwitz.
205+732p war FuTK Wusterwitz
205+733p war FuTK Athenstedt
205+734p war FuTK Altensalzwedel

Die 1. FuTK des FuTB-61 am Standort Müncheberg hatte ja eine direkte Versorgung mit wahlfähigen Rufnummern der Nebenstellenanlage.
Da war ein System zu erkennen und einfach zu merken.
Ecki
 
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Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon MeinerEiner » Samstag, 11. Juni 2016, 22:35:31

Ganz früher konnte bis auf die Regimentsebene durchgewählt werden.
Zur 1. LVD war dann 752 und dann 60 bis 69 zu den Regimentern/Geschwadern.
Als ich im FRR-11 Straßgräbchen war galt 752-66-88 und meldet sich die Vermittlung. Oder 752-66-Apparat als Durchwahl.
Die FRA hatten dann 821-824, also 752-66-823 für Kroppen.

Selbst als S1 aufkam und die 752 zur Abschaltung kam blieb die 66. Also 9446-66-88 oder 9446-66-823 für Kroppen.
MeinerEiner
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon dozent » Sonntag, 12. Juni 2016, 15:53:31

Warum hatten in diesem Sondernetz 1 einige eine Einwahl mit 3 Ziffern - wie 205 ( Müncheberg )-
und andere mit 4 Ziffern - wie 2734 ( Eggersdorf) - oder 5 Ziffern - wie 73391 ( Sprötau) ?

Warum hatte Müncheberg die Einwahl 205 und zum Ende der 80ger 2794 ?
Solche Änderung erschweren doch die Arbeit. Denn irgendwann werden solche "Vorwahlen" für Personal gängig.
dozent
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Weigelt » Mittwoch, 15. Juni 2016, 10:37:42

Also nach meiner Kenntnis war diese Nummerierung den Ausbaustufen des Netzes geschuldet und an welchem Element des Netzes die Nachrichtenzentrale aufgeschalten war.
Das Netz bestand wohl aus-
Hauptvermittlungsstellen HVST- wie NZ2, NZ4, NZ8....
Knotenvermittlungsstellen KVST- können in HVST mit enthalten sein
Zwischenvermittlungsstellen ZVST- war die regionale Ebene bei den WKK
Endvermittlungsstellen EVST- waren die Nutzer bei Armee, Polizei, Zoll .....

Mit "205" war Müncheberg direkt auf NZ2 Strausberg (HVST) aufgeschalten, da das Netz noch nicht weiter ausgebaut war.
"2794" war für Müncheberg die Aufschaltung zum Knoten 27- da Einbindung ZVST WKK Seelow noch Jahre gebraucht hätte. Denn direkt auf HVST den Nutzer aufzuschalten war nur im Ausnahmefall vorgesehen.
"2734" und "2732" waren zum Beispiel bereits im Knoten 27 in der HVSt NZ2 Strausberg aufgeschalten.
MfNV und Kdo waren von der Wichtigkeit höher im Netz eingebunden.

"73391" lief dann schon von HVST 7 und KVST 73 und ZVST 733 zur EVST als Einwahl 73391. Die 91 war dann die Ausscheidungskenziffer zum EVST Sprötau.

ZGS hatte die "2444" aus Berlin bekommen, da der Ausbaustand des Netzes im Bezirk FFO noch nicht soweit war und der ZGS aufgrund der Einbindung ins Netz der Deutschen Post nach Berlin gute V rbindungen an Primärgruppen hatte.
Die Einrüstung zum Bezirk FFO war dann die "25444", die auf die ATZ im Truppenlager kam. So das der ZGS quasi eine Zweiwegeanbindung zum S1-Netz hatte.
Weigelt
 

Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Schelle » Samstag, 09. September 2017, 20:03:36

Das alte Stabsfernsprechnetz wurde nach meiner Kenntnis auch Armeefernnetz genannt.
Bei LSK/LV war eine eigene Rufnummerngruppe 751 bis 750 in Nutzung.
751 = Kdo LSK/LV
752 = Stab/GS 1. LVD
753 = Stab 3. LVD
754 = NR-14 Luch
755 = ZWGS Fürstenwalde
756 = JG-8
757= GS-33
758 = OHS Kamenz
759 = FRR-16 Bernau/Ladeburg
750 = US 8 Bad Düben

Das alte Stabsnetz (=Armeefernnetz) war technisch an das BASA-Netz der Reichsbahn angelehnt.
Über die vorgesetzten (technisch übergeordneten) Stellen konnten Teilnehmer automatisch
angewählt werden.
Automatisch = Verbindung selbst herstellen ohne über eine Telefonzentrale zu gehen
Beispiel : Erreicht werden soll App. 3145 beim Kdo. Volksmarine (= Kennzahl 761)
Gewählt wird : 721 761 3145

Die direkte Durchwahl (Ortskennzahl) wie wir es heute kennen, kam erst mit dem S1.
Eine schöne Grafik der Kennzahlen im Bereich LSK/LV findet man in den NBA-Seiten:
http://www.nachrichtenbetriebsamt.de/stafe.jpg
Schelle
 
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Re: Stabsnetz/Armeefernnetz

Beitragvon Knieriehm » Dienstag, 13. Februar 2018, 22:05:35

Besonders nach Tarnnamenwechsel waren die Fernsprechvermittlungen gefordert. Ein mittleres Chaos ergab sich nach:
Ursprünglich:
Mfnv = Sektor

Kdo LSK/LV = Gambit
ZWGS Füwa = Natura
1. LVD =Dekan
GS-31= Otliw
3. LVD = Talnik
GS-33 = Tantalit

Nach dem Wechsel waren diese Tarnnamen der LSK/LV Führung bei den Kommandos der Grenztruppen. Wir hatten gute 2 Tage Ruhe und dann brach die Hölle los. Denn alle Telefonate + Fernschreiben für LSK/LV landeten die Tage bei den Grenzern und dann platzte der Knoten das mit anderen Tarnnamen operiert werden musste.
Zwar hätten die Fensprecher und Fernschreiber der Grenzer Gespräche und Fernschreiben auch weiter leiten können. Aber sie wussten nicht unsere neue Erreichbarkeit und die Tarnnamen Quer-Zuordnung. Das brauchte dann seine Zeit.
Knieriehm
 

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