Afghanistan

Afghanistan

Beitragvon Steubner » Sonntag, 30. März 2014, 20:55:15

Der ISAF-Einsatz in Afghanistan ist Thema einer Öffentlichen Anhörung des Auswärtigen Ausschusses am Mittwoch kommender Woche. Sechs Sachverständige sollen dabei unter anderem Einschätzungen zur menschenrechtlichen, sozialen, politischen, sicherheitspolitischen und ökonomischen Lage nach mehr als zwölf Jahren internationaler Präsenz in Afghanistan abgeben. Ein weiterer Schwerpunkt soll die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan sein – insbesondere mit Blick auf die Entwicklung von Rechtsstaatlichkeit, Gute Regierungsführung und Korruptionsbekämpfung. Außerdem sollen der Ansatz der vernetzten Sicherheit, die Beziehungen Afghanistans zu den Nachbarländern sowie die Frage einer etwaigen UN-Folgemission beleuchtet werden.

Als Sachverständige werden der Rechtsanwalt Otto Jäckel, Jan Köhler (Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin), Thomas Ruttig (Afghanistan Analysts Network, Kabul), der Publizist Peter Scholl-Latour sowie Adrienne Woltersdorf (Friedrich-Ebert-Stiftung, Kabul) erwartet.

Die Anhörung findet am Mittwoch, 02. April, um 12:30 Uhr im Sitzungssaal 3.101 des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses statt. Interessierte Besucher können sich unter Angabe ihres Namens und Geburtsdatums beim Sekretariat des Ausschusses anmelden (E-Mail: auswaertiger-ausschuss@bundestag.de; Fax: 030-227 36131). Zum Einlass muss der Personalausweis mitgebracht werden.
Steubner
 

Re: Afghanistan

Beitragvon RosaRot » Donnerstag, 13. November 2014, 00:08:39

Die afghanische Polizei erhält seit drei Monaten keinen Sold mehr. Viele verkaufen deswegen ihre Dienstwaffen an die Taliban.
Mehr als ein Jahrzehnt nach der US-Invasion scheinen Washingtons “zivilisatorische” und hunderte Milliarden teure Maßnahmen endgültig gescheitert zu sein. Auch der Opiumanbau hat sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdoppelt.
RosaRot
 

Re: Afghanistan

Beitragvon Atze » Freitag, 14. November 2014, 13:50:55

Weder Großbritannien noch die USA gewähren ihren ehemaligen afghanischen Übersetzern Asyl. Mit dem Rückzug der Besatzungstruppen geraten die einstigen Helfer ins Visier der Taliban.
Atze
 

Re: Afghanistan

Beitragvon judas » Montag, 22. Dezember 2014, 15:35:20

Der so genannte „Fortschrittsbericht“ der Bundesregierung zu Afghanistan kommt einem Offenbarungseid des „Demokratieexportes“ gleich, der durch den Nato-geführten Einmarsch 2011 angeblich stattfinden sollte. Die Armut ist in den letzten Jahren genauso gestiegen wie die Korruption, die Taliban rücken weiter vor und die Selbsteinschätzung der Afghanen zur “Lebenszufriedenheit” und “wirtschaftlichen Entwicklung” hat 2014 einen neuen Negativ-Wert erreicht.
Der Opiumanbau erreicht dagegen ständig neue Höhenflüge.
Gesetzte Ziele des Krieges also nicht erreicht. Im Gegenteil, es ist schlimmer geworden und die Bevölkerung ist weiter denn je davon entfernt, ein westliches Demokratiesystem zu übernehmen.
Milliarden an Steuermitteln sind dort faktisch verbrannt worden und fehlen auch in Deutschland in der Straßensanierung, in Schulen und Kindergärten.....
judas
 

Re: Afghanistan

Beitragvon EK80 » Montag, 29. Dezember 2014, 20:48:26

Der "Kampfeinsatz" der NATO ist beendet.
Es folgt der Friedens-und Ausbildungseinsatz. Nur, für die betroffenen Soldaten wird ein Alltag wie der Andere sein.
Nach Ergebnissen befragt heben NATO und deutsche Politiker "lügend" hervor: Es ist friedlicher geworden und eine neue Regierung konnte gewählt werden.
So ein Quatsch.
EK80
 

Re: Afghanistan

Beitragvon arne vogel » Montag, 23. Februar 2015, 12:07:12

Der ehem. afghanische Präsident Karsai wirft USA und Nato Versagen auf der ganzen Linie vor. Denn die versprochenen Ziele sind nicht erreicht worden.
Statt dessen ist eine Radikalisierung in einem bisher nicht bekannten Ausmaß erfolgt.

Siehe: http://www.tagesschau.de/ausland/afghan ... i-101.html

Andererseits - die vielen Dollars Bestechung von der USA hatte er gern genommen. Denn zu Beginn seiner Amtszeit war er der Präsident von US Gnaden.
arne vogel
 

Re: Afghanistan

Beitragvon Horst O. » Sonntag, 12. April 2015, 10:12:25

Ich erinnere an die Zeit des Aktion SU in Afghanistan.
Bereits damals war die USA dort in der Region am Wirken, um ein Klima zu schaffen damit Moskau seine Truppen in Afghanistan einmarschieren lässt.
Ziel der USA war eine Schwächung der UdSSR. Denn SU konnte am Hindukusch nicht gewinnen.
Das war 1979 und zog sich bis 1988 hin.
Die USA bauten damals die Widerstandsgruppen der Mudschahidin ( Freiheitskämpfer) auf , die dann gegen Zentralregierung und sowjetische Truppen kämpften. Diese Truppe rekrutierte sich vornehmlich aus Arabern und deren Chef Bin Laden saß in Pakistan.
Diese Araber waren zum Teil mit Kind und Kegel nach Pakistan gekommen.

Auf die Frage eines Konflikts im Erstarken der Islamisten und dem Kampf gegen SU sagte 1979 der Berater des US-Präsidenten:
Von höchster Wichtigkeit für die Welt ist die Beseitigung der Sowjetunion. Was sind dagegen einige irre Islamisten- das können wir in Kauf nehmen.

Also schon damals ein Stellvertreterkrieg gegen Moskau.

Anfang der 80ger Jahre war Bin Laden auf die Idee gekommen. Seine Kämpfer Mudschahidin in einer Liste namentlich zu erfassen und über eine Organisationsbüro zu steuern. Diese Liste wurde dann ein Register. Register auf arabisch ‏القاعدة = Al-Qaida.
Zu dem Zeitpunkt war bereits Al Kaida geboren. Im Net steht auch viel Unsinn dazu.
Der Begriff „al-Qaida“ wurde auch für eine von der CIA geführten Datenbank verwendet, in der alle Dschihad-Kämpfer verzeichnet sind, die Osama bin Ladens Lager passiert hatten. Eben: das Register.
Selbst nahmhafte Historker des deutsch-amerikanischen Institutes Heidelberg belegen, dass der US-Administration von Anfang an bekannt war das 9/11 mit Al-Kaida und Bin Laden überhaupt nichts zu tun hatte.
Aber das wäre wieder ein neues Thema.
Horst O.
 

Re: Afghanistan

Beitragvon Grambow » Sonntag, 12. April 2015, 20:48:12

Truppenstärke der afg. Streitkräfte schrumpft.
Während der nächste Krieg im von den Amerikanern unter Bush "befreiten" Irak tobt, wächst nach dem Abzug der letzten Kampftruppen aus Afghanistan, wo auch die Bundeswehr Deutschland verteidigt hat, das Risiko, dass sich ähnliches auch hier wiederholen könnte. Möglicherweise fasst der IS auch hier Fuß. Zwar wurden alle Versprechungen auf den Aufbau eines demokratischen Rechtstaates bereits darauf zurückgeschraubt, Armee und Sicherheitskräfte aufzubauen (und zu finanzieren), um die Stabilität der Regierung zu garantieren, aber selbst dieses Ziel könnte gefährdet sein.

Auch hat das deutsch-amerikanische Institut in Heidelberg in Analyse bestätigt, das die Afghanen die IS-Truppen nicht als Feind sieht sondern als Befreier. In ganz Afghanistan würde das USA-Prinzip einer "gewählten" Zentralregierung in Kabul keine Substanz finden. Für das Volk wären die Dorfältesten, Stammesführer und Regionalfürsten der Boß. Das Volk will mit USA und seinen Vasallen in Kabul nichts zu tun haben.
Selbst die Streitkräfte unterfliegen diesem Spiel.
In deutschen Medien hoch stilisiert- Angriff der afg. Armee auf Tikrit zum Rauswurf der IS. Nicht in deutschen Medien erscheint- der Angriff wurde gestoppt und das wars.
Tikrit- die Hochburg und Heimat des alten Hussein. Denn dort lebt die "falsche" Volksgruppe die die afg. Armee und die Zentralregierung nicht als Befreier sondern Unterdrücker sehen. ....
Grambow
 

Re: Afghanistan

Beitragvon dirk » Montag, 28. September 2015, 11:15:41

Die Taliban haben eine Offensive gegen die nordafghanische Provinzhauptstadt Kundus begonnen und dabei erste Regierungsgebäude eingenommen.

"Bislang ist es ihnen gelungen, das Provinzratsgebäude in Kundus einzunehmen, was jetzt ihre Front ist", sagte Provinzratsmitglied Ghulam Rabbani Rabbani am Montag.

"Sie haben auch das öffentliche Krankenhaus mit seinen 200 Betten eingenommen und dringen in Richtung der Provinz-Universität vor." Rund 120 Sondereinsatzkräfte seien auf dem Weg in die Stadt, um sich dem Kampf gegen die Taliban anzuschließen.
dirk
 

Re: Afghanistan

Beitragvon Bote » Montag, 28. September 2015, 19:49:07

Zwei Jahre nach dem Abzug der Bundeswehr aus Kundus haben die radikalislamischen Taliban mit einer überraschenden Offensive die nordafghanische Provinzhauptstadt überrannt.
Bote
 

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