Griechenland

Re: Griechenland

Beitragvon Kabel » Montag, 13. Juli 2015, 16:56:55

Carsten hat geschrieben:Wut auf Deutschland: Wegen der zähen Verhandlungen mit Griechenland ist die Bundesrepublik massiv in die Kritik geraten. Frisches Geld soll es nur unter strengen Bedingungen geben. Im Internet machen sich Twitter-Nutzer Luft über Kanzlerin Angela Merkel und Wolfgang Schäuble. Vor allem Schäuble bekommt unter dem Hashtag #thisisacoup sein Fett weg.

inzwischen ist von 86 Milliarden für die nächsten 3 Jahre die Rede.
inzwischen hat die EU den Tsipras dort wo er bereits vor Wochen und Monaten stehen sollte- in der Ecke ohne Rückendeckung.
die EU nimmt Rache, so sieht es aus. Rache für die Abstimmung des Volkes. Jetzt gibt Griechenland seine Souveränität voll auf.. Haushohes Diktat der EU über Sparmaßnahmen und Reformen. Wenn das alles bis Mittwoch in Athen in Gesetze gegossen wird wirft das Volk den Tsipras ins Meer.
Bis hin zum Ausverkauf der Staatsbetriebe. Dessen Erlös in einem Fond außerhalb Griechenlands dann fießen soll. Athen hat darüber keine Verfügungsgewalt.
Bis hin zur Reform des Staatsapparates mit Entlassung der Personalblase. und und und.


Es fiel sogar der Begriff "Treuhandanstalt".
Da lief es mir eiskalt den Rücken herunter....
Kabel
 
Beiträge: 1640
Registriert: Sonntag, 06. Oktober 2013, 15:40:50

Re: Griechenland

Beitragvon Visa » Montag, 13. Juli 2015, 19:44:11

Aber natürlich sind Politiker auf solche Situationen eines V erhandlungsmarathon vorbereitet und haben ihre Berater im Hintergrund, die hoffentlich etwas ausgeschlafener sind. Aber im Endeffekt ist der Politiker, der nach 17 Stunden Verhandlungsmarathon seine Unterschrift unter einen Entschluss setzt, nicht mehr Herr seiner Sinne.
Genau so kommt mit dieser Deal vor.
Visa
 

Re: Griechenland

Beitragvon Manfred » Dienstag, 14. Juli 2015, 19:25:08

Die Staatsbediensteten, die Apotheker und das Pflegepersonal in staatlichen Krankenhäusern wollen am Mittwoch aus Protest gegen das Sparpaket streiken. Reformgegner riefen zu Demonstrationen auf. Die Polizei erließ besondere Sicherheitsvorkehrungen, nachdem es in der Vergangenheit bei solchen Kundgebungen zuweilen zu schweren Ausschreitungen gekommen war.
Tsipras muss nun teuer für eine Fehlkalkulation bezahlen, die ihm bei der Ansetzung einer Volksabstimmung über Einsparungen und Reformen unterlaufen war. Der Regierungschef war davon ausgegangen, dass das massive "Nein" der Griechen beim Referendum seine Verhandlungsposition stärken würde. Es trat jedoch genau das Gegenteil ein: Die Geldgeber sahen darin ein Untergraben der Vertrauensbasis und machten Athen besonders strenge Auflagen.
Manfred
 

Re: Griechenland

Beitragvon Feldwebel » Dienstag, 14. Juli 2015, 21:10:57

Schäuble hat in seinem Grexit-Papier unter anderem vorgeschlagen, 50 Mrd. griechischen Besitz an die "Institution for Growth" (IfG) zu übertragen. Die IfG ist eine Tochter der KfW. Der Vorsitzende (des Verwaltungsrats) der KfW ist Schäuble selbst.
Was Schäuble hier unter Duldung der Bundesregierung hier macht, ist nicht nur Amtsmissbrauch, das ist ein Staatsstreich! Mit dieser Politik gegen ‪Syriza‬ nimmt sie fast alles in Kauf, sogar die Zukunft Europas!
Feldwebel
 

Re: Griechenland

Beitragvon Frohberg » Freitag, 17. Juli 2015, 20:16:03

Das große Aufräumen- NEIN Sager werden gefeuert.
Der griechische Ministerpräsident Tsipras hat bei einer Regierungsumbildung Vertreter des linken Flügels seiner Partei entlassen. Darunter ist der Energie- und Umweltminister Panagiotis Lafazanis.
Zudem wurde der stellvertretende Minister für Sozialthemen, Dimitris Stratoulis, gefeuert. Die beiden gelten als Anführer des linken Flügels von Tsipras' Partei. Sie sperren sich gegen weitere Sparmaßnahmen und Privatisierungen und befürworten den Austritt aus der Eurozone. Zudem müssen mehrere Vizeminister gehen.
Frohberg
 

Re: Griechenland

Beitragvon nordstern » Samstag, 18. Juli 2015, 16:42:11

Auch der Bundestag in Berlin hat seine Zustimmung mehrheitlich gegeben.
Das Problem dabei, Staatsrechtler sehen eimne Rechtsbeugung des EU-Rechts und der EU-Verträge. Denn mit dem 3. Rettungspaket kommt es zur Übernahme bzw. Tilgung von Schulden eines EU-Mitgliedlandes durch andere EU-Staaten. Genau dieses ist aber nach den EU-Verträgen und den Euro-Verträgen strikt ausgeschlossen.
nordstern
 

Re: Griechenland

Beitragvon Rolf Beutler » Samstag, 18. Juli 2015, 21:37:07

Der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat in einem Interview düstere Voraussagen für die Zukunft Griechenlands gemacht. Das von den internationalen Gläubigern geforderte Reformprogramm ist seiner Ansicht nach von vorneherein zum Scheitern verurteilt.
Griechenlands Ex-Finanzminister hat das Reformprogramm für sein Land scharf kritisiert. Es werde als "das größte Desaster makroökonomischen Managements aller Zeiten" in die Geschichte eingehen, sagte er der BBC.
Varoufakis hält diese aber für einen Fehler. "Dieses Programm wird scheitern, egal, wer es umsetzt", sagte er der BBC. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras glaube ebenfalls nicht an einen Erfolg der Sparmaßnahmen. "Wir hatten die Wahl zwischen Exekution und Kapitulation", sagte Varoufakis. Also habe sich Tsipras für die Kapitulation entscheiden.
Rolf Beutler
 

Re: Griechenland

Beitragvon abel » Sonntag, 19. Juli 2015, 10:33:50

Montag kommt die erste Keule. Erhöhung Mehrwertsteuer von 13 auf 23%. Geschätzte Mehreinnahmen: 800 Mio Euro.
Milchmädchenrechnung- da damit auch 10% Kaufkraft schwindet. Wenn weniger ausgegeben werden kann kommt auch weniger in die Staatskasse.
abel
 

Re: Griechenland

Beitragvon Ramos » Sonntag, 19. Juli 2015, 21:44:35

Wie angekündigt wird Griechenland nun Schritt für Schritt an internationale "Investoren" verscherbelt - genannt auch "Privatisierung". Der US-Milliardär Warren Buffet hat jetzt die Insel Agios Thomas gekauft. Laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA liegt der Preis bei etwa 15 Millionen Euro.

Agios Thomas (St. Thomas) liegt im Saronischen Golf und ist in 45 Minuten mit dem Wassertaxi von Athen aus zu erreichen. Von der Stadt Korinth aus sind es nur 20 Minuten mit dem Boot. Genau da drauf haben diese gutmütigen Investoren schon lange gewartet.

UND !

Die netten Kreditgeber waren derart menschlich und haben von Griechenland die Einführung der Sonntagsarbeit herausverlangt. Etwas wofür die gleichen Schäubles und Merkels in Deutschland binnen weniger Stunden vom Thron gejagt würden.
Wie erwartet regt sich jetzt darüber in Griechenland verständlicher Protest. Man kann moderne Skalverei Tausend mal Freiheit nennen - und es bleibt dennoch Sklaverei.
Wenn Europa scheitern sollte, dann ist es wegen den kapitalgesteuerten Technokraten in Brüssel - und wegen nichts anderem. Es sitzen aktuell zu viele "Gorbatschows" am Lenker in Brüssel.
Ramos
 

Re: Griechenland

Beitragvon Steubner » Montag, 27. Juli 2015, 20:10:19

Der ehemalige griechische Finanzminister Gianis Varoufakis hat offenbar versucht, das eigene Ministerium zu hacken. Einem Medienbericht zufolge wollte er so Steuerdateien seines eigenen Landes kapern - um ein paralleles Zahlungssystem aufzubauen. Dies geht aus einem Mitschnitt einer Telekonferenz hervor. Worum handelt es sich genau um den von Varoufakis genannten Plan B, von dem er kürzlich sogar in einem CNN-Interview sprach? Was steckt dahinter und wer wusste davon?

Es klingt wie ein Wirtschaftskrimi: Fünf Männer der Griechischen Regierung, darunter der Ex-Finanzminister Gianis Varoufakis, sollen einen Hacker einer US-Elite-Uni beauftragt haben, das Finanzministerium zu hacken. Der Studienfreund von Varoufakis, inzwischen Professor der Columbia-Universität in New York, soll sich in das Datensystem der obersten Steuerbehörde Griechenlands eingeklinkt haben, um unzählige Steuerdaten zu stehlen. Der Grund: Da die Behörde zum Zeitpunkt unter der Kontrolle der europäischen Gläubiger stand, hätte die griechische Regierung unter normalen Umständen keinen Zugriff auf die Daten gehabt.

Ziel der ganzen Aktion war es offenbar, an die Steuerdaten und insbesondere die Steueridentifikationsnummern griechischer Bürger und Unternehmen heranzukommen. Den geheimen Plänen zufolge hätten die Steuerzahler in einer zweiten Phase eine PIN-Nummer erhalten sollen. Mit dieser hätten sie auch dann noch Zahlungen abwickeln können, falls die Europäische Zentralbank die Nothilfen an die griechischen Banken einstellen würde. In diesem Falle hätten die Geldhäuser dann schließen müssen. "Es braucht ein paralleles Zahlungssystem, das die Wirtschaft für eine Weile am Laufen erhält und der Bevölkerung des Gefühl gibt, dass der Staat die Kontrolle hat und es einen Plan gibt", soll Varoufakis in dem Gespräch gesagt haben.

Die Währung wäre weiterhin der Euro gewesen, so Varoufakis. Aber "per Knopfdruck" hätte man das System auf die Drachme umstellen können.

Die Athener Sonntagszeitung "Kathimerini" hatte die Hacker-Pläne in seiner Sonntagsausgabe veröffentlicht. Ihr liegt ein Mitschnitt eines Gesprächs vor, dass der ehemalige Finanzminister Gianis Varoufakis am 16. Juli – also mehr als eine Woche nach seiner Ablösung – bei einer Telefonkonferenz mit mehreren Hedgefonds-Managern geführt haben soll. Darin habe er ganz offen über die Pläne gesprochen.

Laut Varoufakis habe ihn Alexis Tsipras bereits Ende vergangenen Jahres – noch vor seinem Amtsantritt – mit einem Geheimplan für den Euro-Austritt beauftragt.

Was ist nun das gefährliche oder Aufsehen erregende an dieser Aktion ?
Eigentlich wollte sich die Regierung Tsipras offenbar nur auf den Fall der Fälle vorbereiten. Denn so abwegig war der Grexit auch in der EU nicht gewesen.
Steubner
 

VorherigeNächste

Zurück zu Europa + die Welt aktuell