Irak

Re: Irak

Beitragvon luzifer » Sonntag, 28. Juni 2015, 12:53:04

Washington hat nun diesen Monat auch die 82. Luftlandedivision in den Irak geschickt, angeblich um irakische Soldaten auszubilden. Bis Ende dieses Jahres sollen weitere Hundertschaften folgen. Die Elite-Division machte sich durch den Sturz mehrerer Staatsführer sowie der Eroberung des Flughafens von Bagdad einen Namen. Analysten sehen in der Entsendung ein erstes Zeichen für eine baldige US-Beteiligung an Kampfhandlungen am Boden. RT Korrespondent Isa Ali interviewte derweil in Bagdad Qais Al-Hazali, den Führer der Schiiten-Miliz Al-Hashi, die derzeit einzige Kraft im Irak, die erfolgreich den IS bekämpft. Laut Al-Hazali tragen die USA Schuld an der Expansion des IS. RT
luzifer
 

Re: Irak

Beitragvon Oldie » Sonntag, 28. Juni 2015, 12:56:31

Das mittlere Führercorps des IS rekrutiert sich aus Berufssoldaten der ehemaligen irakischen Armee und der Republikanischen Garde Saddam Husseins. Die haben noch so manche Rechnung mit "Onkel Sam & Co." aus den Golf-Kriegen zu begleichen.

Wenn die "All Americans" (AA) - die 82. US-Luftlandedivision - eingesetzt wird, scheint die Lage am Einsatzort hoffnungslos geworden zu sein. Diese globale Interventionstruppe (gegründet 1917 als Infanterie-Division für den Einsatz auf dem europäischen Kriegsschauplatz), mit einer gegenwärtigen X-Zeit von 18 Stunden (zwischen Alarmierung und Eintreffen am Zielort), ist das Vorbild für die (im Aufbau befindliche) Schnelle Eingreiftruppe der NATO in Europa.

Der USA droht die Gefahr, ihre politische (und damit militärische) Kontrolle über den Nahen Osten zu verlieren!
Israel und die Golf-Staaten sehen sich zurecht in ihrer Existenz gefährdet.
Dem NATO-Partner Türkei unter Erdogan wird im " westlichen Werte-Bündnis" zunehmend mißtraut.
Dagegen hat das "Zweckbündnis" Iran-Rußland geostrategisch Erfolg gezeigt und den Regimewechsel (im Sinne der USA) in Syrien bisher verhindern können.
Oldie
 

Re: Irak

Beitragvon Steubner » Sonntag, 04. Oktober 2015, 21:34:09

Künftig könnten russische Kampfjets auch über dem Irak Angriffe fliegen. Die russische Nachrichtenagentur RIA meldet unter Berufung auf das Außenministerium in Moskau man sei auch zu Luftangriffen auf den Islamischen Staat im Irak bereit, sollte die Regierung in Bagdad darum bitten.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi begrüßte das Angebot umgehend und machte gleichzeitig den USA Vorwürfe. Die Luftunterstützung der US-geführten Allianz für die irakischen Streitkräfte sei enttäuschend, sagt Abadi.

IRAK BITTET RUSSLAND UM LUFTSCHLÄGE GEGEN DIE IS-TERRORISTEN AUF IRAKISCHEM TERRITORIUM !!!

Al-Abadi, Premierminister des Irak hat nichts dagegen, dass Russland Luftschläge gegen IS-Terrroristen auch auf irakischem Territorium führen würde. Seine offizielle Anfrage danach - habe er nun an Moskau gesendet, dies berichtet die Nachrichtenagentur TASS in Berufung auf Al-Jazeera. Russland hat diese Anfrage noch nicht kommentiert.
Steubner
 

Re: Irak

Beitragvon Lord » Samstag, 05. Dezember 2015, 22:31:15

Türkische Panzer sind in die irakische Provinz Nainawa eingedrungen, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Erklärung des Pressezentrums des irakischen Premiers Haider al-Abadi hervorgeht.
„Wir haben bestätigt, dass die türkischen Truppen, deren zahlenmäßige Stärke etwa einem Panzerbataillon entspricht, mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen in die irakische Provinz Nainawa unter dem Vorwand eingedrungen sind, die irakischen bewaffneten Formationen auszubilden. Der Einmarsch erfolgte ohne Antrag bzw. Genehmigung der föderalen Behörden des Irak. Diese Handlungen werden als eine grobe Verletzung der irakischen Souveränität betrachtet und stehen im Widerspruch zum Prinzip der gutnachbarlichen Beziehungen zwischen dem Irak und der Türkei“, heißt es in der Erklärung.
Darin wird gefordert, „die gutnachbarlichen Beziehungen zu respektieren“ und „die Truppen unverzüglich vom irakischen Staatsgebiet abzuziehen“.

Real ist diese Region jedoch Handelsraum des IS mit Erdöl. Seit einigen Tagen beziehen türkische Truppen in Syrien und Irak Position zum Schutz dieser Handelswege.
Lord
 

Re: Irak

Beitragvon Oswald » Montag, 07. Dezember 2015, 19:15:24

Der Chef des Sicherheitsausschusses des irakischen Parlaments, Hakim al-Zamili, hat verkündet, dass als Gegenantwort auf die türkische Invasion und die Verletzung der Souveränität des Landes sich der Irak an Russland mit der Bitte um eine militärisches Eingreifen wenden könne.

Was wird denn das nun wieder ? Irak hat doch die Nato-Schutztruppe- Oder doch nicht ?
Oswald
 

Re: Irak

Beitragvon flipperdream » Samstag, 12. Dezember 2015, 19:00:05

Interessant, wenn sich ein US diktierter Staat wie Irak beim UN-Sicherheitsrat über die türkische Invasion beschwert.

Schon die Ausrede aus Ankara bringt Lügen zu Tage: militärische Ausbildung der irakischen Kurden-
Klar- Türkei bildet ihren Erzfeind Kurden militärisch aus. Eher sollen die Kurden durch die Militärpräsenz in Schach gehalten werden.
flipperdream
 

Re: Irak

Beitragvon Marco » Sonntag, 20. Dezember 2015, 18:12:26

Türkei will seine Truppen aus Nordirak abziehen.
Offenbar zeigt Iraks Drohung, Russland um milit. Hilfe zu bitten, Wirkung.
USA macht Druck auf Türkei.
Marco
 

Re: Irak

Beitragvon Lukas » Mittwoch, 06. April 2016, 20:29:36

Großspurig kündigte die irakische Armee die Rückeroberung Mossuls vom IS an, bisher jedoch gibt es nur Rückschläge. Ein Kurden-Kommandeur könnte es wohl besser, wird aber nicht gehört.

Vier Männer kriechen nördlich von Mossul durch das hohe Gras, das ihnen Deckung gibt. Bis auf einen Kilometer kommen sie an ihr Ziel heran. Sie können drei Schüsse abfeuern, bevor über ihnen ein Hagel von Mörsergranaten niedergeht. Hals über Kopf fliehen drei Kämpfer, einer bleibt tödlich getroffen im Gras zurück.
Es war ein Guerillaangriff der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Soldaten der Gulan-Eliteeinheit, die die Frontlinie der Autonomen Region Kurdistan (KRG) in der Nähe des Mossul-Staudamms bewacht. Die Dschihadisten mussten ihr tödliches Werkzeug zurücklassen: ein selbst gebautes Scharfschützengewehr. Die zwei Meter lange Waffe wird einen Tag nach dem Angriff im Sitzungssaal der Basis der kurdischen Spezialtruppe präsentiert. "Es ist ein gefährliches Instrument, mit dem Projektile vom Kaliber 11,5 Millimeter verschossen werden", sagt Oberst Mohammed. "Mit dem exzellenten Zielfernrohr kann man auf 1500 Meter präzise treffen."
Oberst Mohammed ist Kommandeur der Gulan, die bei jeder wichtigen Operation gegen den IS die erste Sturmreihe bildet. Der 42-Jährige würde sich jetzt nur zu gerne mit seinen Soldaten auch der irakischen Armee anschließen, die gerade die IS-Hochburg Mossul angreift und zurückerobern will. "Aber aus politischen Gründen dürfen wir nicht", erklärt der kurdische Offizier.
Er meint: "Wenn die so weitermachen, werden sie Mossul vielleicht in 40 Jahren einnehmen"

Mossul wird zum überwiegenden Teil von sunnitischen Arabern bewohnt, die hoffen, dass irakische Truppen sie vom Joch der islamischen Fundamentalisten befreien. Aber von Befreiung kann noch lange keine Rede sein. Die vor knapp zwei Wochen gestartete Offensive kommt nicht recht voran. Die irakische Armee hat schon dreimal vergeblich versucht, das Dorf al-Nasr vom IS zurückzuerobern. Der vorerst letzte Angriff schlug am Montag fehl und endete mit fünf Toten und 35 Verwundeten, wie das irakische Fernsehen meldete.
Die irakischen Soldaten zogen sich überhastet zurück und ließen Fahrzeuge und Waffen ( für IS ) zurück. Ein militärisches Desaster, wie es die irakische Armee allzu oft erlebt.
ER behauptet, dass die wichtige Stadt in nur zwei Monaten zu nehmen wäre. Der kriegserfahrene Offizier ist seit mehr als 20 Jahren Soldat und kämpfte schon in Falludscha gegen das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida.

Der Offizier präsentiert seine Wunschliste für eine solche Operation: "Für die gesamte Offensive braucht man 400 Panzer, weitere gepanzerte Fahrzeuge sowie zwei Brigaden (3000 bis 10.000 Soldaten) als Geleitschutz." Hinzu kämen zwölf Apache-Kampfhubschrauber und mindestens sechs Helikopter, um Truppen schnell verlegen zu können, Panzerabwehrraketen und schwere Artillerie.
Was tun die Iraker ? Rücken mit 3000 ängstlichen Soldaten an.

Eventuell wollen aber USA uns Türkei den IS auch garnicht dort vertreiben und alles ist nur eine Show für die Öffentlichkeit ?
Lukas
 

Re: Irak

Beitragvon Ecki » Sonntag, 19. Juni 2016, 11:05:06

Mit dem Vormarsch von Regierungskräften in Falludscha verliert der IS eine Hochburg. Militärisch ist er auf dem Rückzug. Den Konflikt zwischen Iraks Schiiten und Sunniten aber könnte die Operation anheizen.
Nach Erfolgen gegen IS lassen die Jubelmeldungen der Regierung in Bagdad meistens nicht lange auf sich warten. Auch Ministerpräsident Haidar al-Abadi brauchte nach dem Vormarsch regierungstreuer Truppen in das Zentrum der IS-Hochburg Falludscha nur wenige Stunden, um vor die Kamera zu treten. Umrahmt von vier hohen Offizieren verkündete er am Freitag die "Befreiung" der Stadt. Al-Abadi störte es kaum, dass die Kämpfe um Falludscha zu diesem Zeitpunkt längst noch nicht beendet waren.
Und was heisst regierungstreue Truppen. Nach Berichten sind das 80% US Spezialkräfte und 20% Irakis (Schiiten Milizen - keine reguläre Armee).

Das trifft bei der sunitischen Bevölkerung von Falludscha auf wenig Frohsinn. Denn für sie waren die Befreier die Kämpfer des IS.

Für den schiitischen Politiker ist ein Sieg in der westirakischen Stadt politisch überlebensnotwendig. Seit Monaten steht der 64-Jährige massiv unter Druck. Schon im vergangenen Jahr versprach Al-Abadi Reformen, vor allem um die mangelhafte Versorgung des Landes mit Strom zu verbessern und die Korruption zu bekämpfen. Vorzuweisen hat er jedoch wenig. So scheiterte er bislang damit, ein Kabinett aus Technokraten einzusetzen, mit dem er den Einfluss der mächtigen Parteien begrenzen will. Doch die wehrten sich erfolgreich.

Der Erfolg in Falludscha stärkt ihn und macht den Weg frei, um als nächstes auf die letzte irakische IS-Hochburg Mossul im Norden des Landes vorzurücken. Er könnte aber ausgerechnet das größte Problem des Iraks weiter verschärfen: den Konflikt zwischen den Schiiten und Sunniten, den beiden größten Strömungen des Islams.
Schon seit langem klagen Sunniten, die von Schiiten dominierte Regierung diskriminiere sie. So beschuldigen sie die schiitischen Parteien, alle wichtigen Ministerien zu kontrollieren und die einflussreichen Posten mit eigenen Gefolgsleuten zu besetzen.
Der sunnitische Politiker Talal Soabi, im irakischen Parlament Vorsitzender des Anti-Korruption-Ausschusses, wirft Mitgliedern von Al-Abadis schiitischer Dawa-Partei und anderen Verantwortlichen zudem vor, in dem ölreichen Land Millionen zu veruntreuen. Transparenz und Reformen gebe es nicht, warnt er: "Wenn sich an dem System nichts ändert, dann ist das Ende des politischen Prozesses nahe."
Bedeutet, die Sunniten gehen in den aktiven Kampf gegen die Schiiten. IS wirds freuen.
Ecki
 

Re: Irak

Beitragvon Juwel » Sonntag, 19. Juni 2016, 11:39:44

Stimmt, eine bedenkliche Entwicklung.
Das Institute for the Study of War in Washington warnt deshalb, dass die Präsenz schiitischer Milizen "die Anti-Isis-Kampagne ruinieren und die Bemühungen der Regierung um eine Versöhnung mit den Sunniten zurückwerfen könnte". Die Militärexperten fordern deshalb: "Die schiitischen Milizen müssen zurückgezogen werden."

Was mich auch stört sind deutsche Nachrichten zu dem Thema. Da wird immer vom Vormarsch der irakischen Armee gesprochen. Die ist aber an der ganzen Aktion überhaupt nicht beteiligt.
So richtig Volksverdummung.
Juwel
 

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