NIR Oschatz

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NIR Oschatz

Beitragvon Wolf » Freitag, 29. Dezember 2017, 23:26:39

Da war doch auch ein Nachrichteninstandsetzungsregiment Oschatz. Das sicher nicht nur in Oschatz den Kasernenbetrieb unterhielt sondern auch aktive Arbeiten an Kabelnetze vollzog. Bisher war dazu wenig zu erfahren. Eventuell finden sich mal Ehemalige zum fachsimpeln.
Wolf
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon VARIANT » Samstag, 30. Dezember 2017, 02:57:47

Na hallo!Schön,das zu lesen!Also:Ich war von November 1974-April 1976 im Nachrichteninstandsetzungsregiment Oschatz.Das hieß zum Zeitpunkt meiner Einberufung noch Nachrichtenausbildungsbataillon(NAB).Ich gehörte,glaube ich zum 3.Diensthalbjahr,welches nach dessen Gründung einberufen wurde.Unsere Hauptaufgabe bestand damals darin,die Bunker Harnekop u.a. mit dem Ministerium für Nationale Verteidigung nachrichtentechnisch
zu verbinden,sprich zu verkabeln (Erdkabel).Wir befanden uns zu diesem Zweck das ganze nutzbare Jahr 1975 im stationären Feldlager zwischen Beiersdorf und Freudenberg im Krs.Bad Freienwalde zum sogenannten "Bau-und Montageeinsatz-BME.War `ne schöne,interessante Zeit!Woher kennst Du das NIR Oschatz?Hast Du etwa auch dort gedient?Würde mich freuen,mal Näheres darüber zu erfahren!Gruss und guten Rutsch!
VARIANT
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon Oltn » Samstag, 30. Dezember 2017, 14:12:47

stationären Feldlager zwischen Beiersdorf und Freudenberg


Interessant. Kannst du noch sagen wo das Feldlager örtlich war ? Lese erstmals davon.
War das hier an der Landstrasse ?
https://www.google.de/maps/place/Freude ... d13.834287
Oltn
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon VARIANT » Samstag, 30. Dezember 2017, 22:53:48

Nein,das Feldlager befand sich nicht direkt an der Landstraße sondern im Waldstück,welches sich genau zwischen Beiersdorf und Freudenberg hinter einem großen Acker befindet(Blickrichtung Luftlinie Beerbaum/nördl.)Die Kfz-Zufahrt konnte von beiden Orten aus erfolgen.Man hatte damals extra einen Fahrstreifen am Waldrand des Ackers eingerichtet(unbestellt gelassen)Ich kann nur für das Jahr 1975 sprechen,denn 1976 war im April meine Dienstzeit zu Ende und so kann ich über diesen Bau-und Montageeinsatz 1976 nichts sagen.
VARIANT
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon Markus » Samstag, 30. Dezember 2017, 23:17:12

Wie war das Feldlager ausgestattet ? Zelte, Baracken... ?

Harnekop hatte Erdkabel zum MfNV/HptNZ, zur Tropo Wollenberg, Zur Funksendezentrale Kunersdorf, zur Feldfunksendegruppe Gratze/Beerbaum, zur Feldfunksendegruppe Haselberg...Zur Üst1 Strausberg (Post) .... zur Üst Eberswalde (Post)....
Daran war eure Truppe beteiligt ?....
Markus
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon VARIANT » Sonntag, 31. Dezember 2017, 01:01:41

Es waren Zelte für alle Zwecke,Notstromaggregate,Beleuchtung,Tank-LKW,Nachrichtenverbindungswagen,kurz es war alles vorhanden,was man so für ein gutes halbes Jahr brauchte.Ja und wir haben da im Raum Klosterdorf/Strausberg/Prötzel/Harnekop fleißig unsere Erdkabel verlegt.
VARIANT
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon Frank » Sonntag, 31. Dezember 2017, 10:02:54

HG Kampe (ich weiß, ich weiß :)) äussert sich im Teil VI des Na-HB ausführlich zu diesen Feldlagern. Auch dieses hier wird erwähnt. Ich interpretiere das so, dass das NIR an Ausschreibungen (-Losen) der Kabelverlegung zwischen insbesondere militärischen Objekten teilgenommen hat und das dies wegen der militärischen Strukturierung auch einen Haufen Probleme hervorrief. Einige Auszüge:

Da die dem Truppenteil für die Kabellegung und -montage zugewiesenen Bauabschnitte in der Regel zu verschiedenen Bauvorhaben gehörten die oftmals viele Kilometern auseinander lagen, mußte das NIR jährlich 4 - 5 große Feldlager - zum Teil sogar parallellaufend - planen, aufbauen, sicherstellen und aufrechterhalten. Die Unterbringung der Mannschaften und Unteroffiziere erfolgte in Zelten, die der Offiziere in Wohnwagen. Die Ausstattung war - den militärischen Normativen entsprechend
- einfach und ohne jeglichen Komfort. Die Unterbringung der Anlagenmontagetrupps erfolgte entweder in geeigneten Räumlichkeiten der Übertragungsstellen bzw. in ihren - auf dem Hof der Postdienststelle geparkten - Fahrzeugen oder auch in Wohnwagen. Diese Armeeangehörigen verpflegten sich in der Regel selbst bzw. konnten am Betriebsküchenessen ihres Auftraggebers teilnehmen. Es liegt auf der Hand, dass der in jedem Jahr etwa 130 - 140 Tage währende Einsatz unter diesen - teilweise primitiven - Bedingungen vor allem von den Berufssoldaten - ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft und -willen forderte.

Insbesondere betraf das die inzwischen am Standort Oschatz wohnenden Offiziere, von denen einige an ihren Aufgaben scheiterten.

Die Feldlager waren für die Dauer des jeweiligen Einsatzes Stützpunkte, die für die dort untergebrachten Armeeangehörigen die gleichen Einrichtungen wie in der Garnison aufweisen sollten, was aber nur eingeschränkt möglich war. Es blieb deshalb nicht aus, daß sich vor allem dort die Aufrechterhaltung der militärischen Disziplin und Ordnung zu einem besonderen Schwerpunkt entwickelte. Im Mittelpunkt der in jedem Jahr auftretenden besonderen Vorkommnisse standen Wachvergehen, Ausgangs- und Urlaubsüberschreitungen, Alkoholmissbrauch und damit verbunden ungebührliches Verhalten zwischen Unteroffizieren und Soldaten. Es kam auch vor, dass sich die fünf Mann eines einzelnen, in einer Übertragungsstelle der DP arbeitenden Trupps übers Wochenende selbständig Urlaub bewilligten d.h., sie tauchten erst am darauffolgenden Montag wieder auf. Disziplinverstöße dieser Art verlangten schon deshalb eine besondere Aufmerksamkeit, da sowohl die Einheiten in den Feldlagern als auch die einzeln eingesetzten Trupps ihre Waffen mit den in Kampfsätzen verpackten Munitionsreserven mitführen mussten. Die Bewaffnung - in der Masse Maschinenpistolen - war anfangs sogar während der Bauarbeiten zu tragen bzw. sollte sich in unmittelbarer Nähe der arbeitenden Armeeangehörigen befinden. Erst nach mehreren Anträgen genehmigte das MfNV, dass die Waffen im Feldlager bleiben durften. Diese absolut unsinnigen, darüber hinaus noch gefahrvollen Festlegungen erforderten zusätzliche wachgestellende Maßnahmen auf den Baustellen und in den Feldlagern, die tagsüber fast menschenleer waren. Das zusätzliche Wachpersonal fiel außerdem noch aus dem Leistungsvermögen der Truppe heraus. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass es 1977 zu einem Vorkommnis kam, das weite Kreise zog und die Bestrafung von
Offizieren der NIT zur Folge hatte. Der Kommandeur des NIR hatte befohlen, dass in ein bestimmtes, im Bezirk Frankfurt/O gelegenes Feldlager aus Sicherheitsgründen keine Waffen und Munition mitzuführen waren.

Und ausgerechnet dieses Feldlager wurde an einem Wochenende von einem Kontrollbesuch des Leiters, der für die NIT zuständigen Politverwaltung des MfNV, beehrt. In den auf mehreren Führungsebenen stattgefundenen Auswertungen hatte man dem Kommandeur und allen ihn in seiner Meinung bestärkenden Offizieren politische Blindheit, ideologische Unklarheiten und grobe Vernachlässigung der Gefechtsbereitschaft der eingesetzten Truppe vorgeworfen.

Von den Feldlagern marschierten die Kabellegeeinheiten tagtäglich mit ihren Fahrzeugen und der kompletten Ausrüstung zu den zugewiesenen Trassenabschnitten auf den Baustellen, wo sie in der Regel 8 - 9 Stunden unter Anleitung von Bauleitern
der DP arbeiteten. Während auf den sogenannten maschinengeeigneten Abschnitten Grabenbagger bis zu einem Meter tiefe Kabelgräben aushoben, wurden diese auf den dazwischen liegenden Abschnitten, z.B. innerhalb von Ortslagen, von Soldaten
in Handschachtung hergestellt. Währenddessen erfolgte der Antransport der schweren und großen Kabeltrommeln mit Spezialfahrzeugen. Das Abtrommeln der viele Zentner wiegenden und oftmals bis zu hundert Meter langen Kabelstücke und das Einlegen in den offenen Kabelgraben verlangten dann den Einsatz aller verfügbaren Kräfte. Verfüllt wurden die Gräben danach mit den mit Planierschilden ausgestatteten Grabenbaggern oder durch Handarbeit der Soldaten ...
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Re: NIR Oschatz

Beitragvon Lutger » Sonntag, 31. Dezember 2017, 17:35:37

Die Maßnahmen waren sicher als Ausbildungsmaßnahme deklariert.
Damals liefen auch die Truppen des Eisenbahnpionierausbildungsregiment bei Bau S-Bahnhof Hegermühle unter Waffen auf der Baustelle herum.

Gerade aus Gründen der Bewaffnung ist die Lage des hier betreffenden Feldlagers abseits draussen am Wald schon bedenklich. Aber eventuell war Einsatzausbildung auch mit Tarnungsausbildung verbunden. Ich weiß es nicht.

Sicher interessiert einigen Usern bei dem Thema auch die Trassenführung der Erdkabel. Ich kenne auch Annahmen über verlegte LWL. Wobei die Grundausstattung der 70ger eigentlich Kupfer war. LWL kam erst ab Mitte der 80ger auf.

Nun, HGK war ja nur 1x negativ in der Diskussion. Ich denke, HGK war einer der wenigen für seine Ausführungen geschätzter "Partner". Als Nick "Historiker" lieferte er doch ganz ordentliche Beiträge.
Lutger
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon Wolf » Mittwoch, 03. Januar 2018, 21:34:47

Gutes neues Jahr.
Nein- ich war nicht bei den NIT. Aber man liest doch recht wenig über tatsächliche Einsätze und Aufgaben. Mit den abstrakten Darstellung von Instandhaltung von Trassen und Rochaden lässt sich doch wenig anfangen. Solche Darstellungen wie der Einsatz Kabel Harnekop ist doch praktisch und aus dem aktiven Leben.
Wolf
 

Re: NIR Oschatz

Beitragvon Nick » Mittwoch, 03. Januar 2018, 21:45:13

Letzte Struktur des NIR 1990:
Vorgesetzter war der Leiter ZNK ( Zentrale Nachrichtenkommandatur) im MPF
Geführt wurde das NIR durch den Kommandeur mit Stab

Inzwischen war eine Kompaniestruktur eingenommen:
1. KP = Kabelverlegungs-u. Montage-KP
2. KP = Kabelverlegungs-u. Montage- Kp
3. Kp = Anlagen-Montage-Kp
4. Kp = Funk u. Richtfunk Kp
5. Kp = FFK-Verlegung-Kp
6. Kp = Uffz-Ausb. Kp
7. Kp = Fm-Ausb. Kp
8. Kp = Instandsetzungs Kp
9. Kp = Transport u. Sicherstellungs Kp.

So waren dann auch etliche Stellen im Regimentsstab und in den Kompanieführungen zu besetzen.
Nick
 

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