Buch "Landgestützte Raketen..."

Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon Biene » Donnerstag, 08. März 2018, 16:05:48

Ein neues Buch kam zum Jahresende "Landgestützte Raketensysteme der NVA" Band 1 die Fla-Raketensysteme der LSK/LV und der TLA.

Wir sehen dort eine umfangreiche Zusammenstellung. Wobei sämtliche Daten abgeschrieben sind. Wozu ist dann dieses Buch nützlich ? Nach meiner Meinung sollte der Autor bei seinen Panzern bleiben. Durchweg ist zu merken, dass der Autor selbst von den Dingen keine Ahnung hat.

Einige Kritiken:
Seite 229 zu Führungssysteme und -komplexe
Der Absatz: " Die Einheiten der Truppenluftabwehr der Landstreitkräfte.....Mithilfe des Automatisierten Feuerleitkomplexes erfolgte u.a. die Zusammenarbeit mit den Fla-Raketen-Truppen der LSK/LV.."

Warum wird das so formuliert ? Es gab keine automatisierte Verbindung zwischen KRUG/KUB-Komplexen und den Fla-Raketen der LSK/LV. Es gab überhaupt keine automatisierte Verbindung zwischen TLA der Landstreitkräfte und den Kräften der LSK/LV.
Wer es besser weiß möge mit bitte aufzeigen wann, wer mit wem und vor allem wie.

ab Seite 230 zum AFLS Wosduch -1P

Es wird im Beschrieb zeitlich weit zurück gegriffen und bis zum WP des Gefechtsstandes der LVD definiert.
Nur, war diesen 2 LVD Gefechtsständen ein Zentraler Gefechtsstand der LSK/LV vorgesetzt und der besaß am Standort Eggersdorf/Strausberg: AFLS Wosduch . Bis 11/1978.
Dieser Aspekt taucht aber im Beschrieb in keiner Weise auf. Die Daten kamen von den LVD und im ZGS war auch eine Jägerleitstelle.
Wie erfolgte die Sicherstellung und mit welchem Gerät.?

Seite 250 zum Objekt PORI

Absatz:"Dazu wurden gemeinsame Automatisierte Gefechtsstände (AGS) der FRT und JFK geschaffen und mit AFS Vektor-2WÄ bzw. Senesh-Ä ausgerüstet."


Im eigentlichen Sinne gab es aber keine GGS FRT+JFK.
Der einzige GGS in ersten Grundzügen war wohl AGS 41.FRBr/FuTB-61/JG-8 zur Koordinierung von Handlungen im Rahmen der Berliner Gruppierung.

Im Norden bei der 43. FRBr sehe ich derartiges nicht. Zumal die Jägerleitstelle im AGS Rövershagen ein Element des GS-33 war.
Vorbereitet war ein koordiniertes Handeln der FRBr und des JG-9 in einem Handlungsraum Ostsee im Zuge einer gemeinsamen Zielzuweisung durch AFS der FRBr. Trotzdem handelte der GGS FuTB-33/JG-9 eigenständig und war in die automatisierten Prozesse nicht vollständig eingebunden.

ab Seite 256 erfolgt Beschrieb der AFS der FRT.

Dort ist strukturiert aufgeführt, welche Richtfunk GS zu welchem AFS gehören sollen.
Ich denke, so einfach ist das nicht. Denn z.Bsp. die 5Ja62/63 fanden Verwendung für VEKTOR wie auch für SENESH. Dann sollte das auch so im Beschrieb stehen.
Entscheidend war die Netzstruktur.

Seite 273:
Das System OSNOWA war für den Gefechtsstand Müncheberg vorgesehen. Da FuTB-61 wie oben beschrieben zum AGS 41.FRBr gehören sollte. Das FuTB arbeitete neben der FuTA auch aktiv für die FRBr.
Entscheidend für OSNOWA wäre die Ausstattung der FuTB mit den neuen Funkmessmitteln. Wo z.Bsp. OBORONA, NEBO.... in die unterstellte FuTK kommen, dort bekommt auch der Gefechtsstand des FuTB OSNOWA.

ab Seite 275 Nachrichtentechnik

Bereits zuvor- wie auch auf Seite 292- wird ein Gerätesatz beschrieben mit "Richtfunk-GS UKW RT-415"
Wenn das der beratende Nachrichtenmann geschrieben hatte: Note 6 setzen.
UKW RT-415- blöder gehts fast nicht. Das ist nur der GS RT-415. Ich habe darauf die Quali gemacht.
Nur das die GS bei LSK/LV auch in V8 mit 8 Kanälen liefen und dann RT-417 waren.

Aber der Vogel wird dann folgend abgeschossen:
Absatz:"Zur Sicherstellung von Richtfunkverbindungen im Bereich des Kommandos LSK/LV und zwischen Führungsstellen der Wehrkommandos wurde ab 1980 der Nachrichten-GS RT-415M eingeführt. Er löste den Richtfunk GS UKW RT-415 ab. Die Basis des Nachrichten-GS bildete das Richtfunkgerät FM24-400. Es bestand die Möglichkeit mit einem Richtfunkgerät 24 Fernsprechkanäle aufzubauen und zu unterhalten. Damit wurde die Übertragungskapazität um das Fünffache erweitert im zum Vorgängermodell.......Er wurde in zwei Varianten in der NVA genutzt, als RT-415M (48) und RT-415M (24). Die erste Variante verfügte über zwei Geräre FM 24-400 für die Sicherstellung von bis zu 48 Kanälen. Als Basisfahrzeug diente dem RT-415 (48) ein Hänger HL 50.78/T15 mit LAK II/C der von einem W50 LA/A/Z gezogen wurde. Die Planung sah einem Gesamtumfang von 84 Gerätesätzen vor, die von 1978 bis1980 geliefert werden sollten.
In der zweiten Variante wurde ein FM 24-400 genutzt, was die Sicherstellung von 24 Kanälen erlaubte. Als Basisfahrzeug für den LAK II/C dienzte ein W50 LA/A/C mit einem Einachanhänger.
In den Jahren 1979 und 1980 sollten 14 Gerätesätze beschafft werden."


Lieber Autor und seine Berater, so etwas würde ich nicht einmal im Suff schreiben. Das stimmt von vorn bis hinten nicht. Auf welche Drogen steht ihr ?
Der Bezug ist hier LSK/LV und RT-415 ist etwas gaaaaantz anderes wie FM24/400. Ich erspare mit eine Richtigfassung. Das ist mit wirklich zu blöd.

Im Übrigen: Die LSK/LV betrieb bereits vor Einführung des GS FM24/400 mit Funkgerät RVG-950 ( das ist das Funkgerät von RT-415) aktiv Verbindungen mit 12 Kanälen im V12 Betrieb und war in der Lage bis V24 zu erhöhen.

Seite 293 Punkt 5.2.2.

Als Ergänzung: Im Richtfunknetz für benannte AFLS FRT war nicht nur 5Ja61 oder 5Ja62/63 waren auch RT-415/417 und/oder FM24/400 enthalten.

Daher: Schuster bleib bei deinen Leisten. Im Nachgang ist mir der Geld für dieses Buch zu schade. Denn takt.-technische Daten sind auch in den FRT- Broschüren vom Kollegen Herrmann.
Biene
 

Re: Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon Zigeuner » Donnerstag, 08. März 2018, 17:41:31

Aber daran arbeiteten doch hochkarätige Kapazitäten mit wie Parchmann und Johne. :shock:
Zigeuner
 

Re: Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon cableape » Donnerstag, 08. März 2018, 20:27:11

GS RF/TF 48/24 mit zwei RiFu-Geräten FM 24/400. W50 mit 2 Antennenanlagen. Zweiachshänger mit LAK II.
GS TF/WT 24/12 mit einem RiFu-Gerät FM 24/400. W50 mit LAK II. Einachshänger mit einer Antennenanlage.

:idea:
cableape
 
Beiträge: 283
Registriert: Dienstag, 14. Oktober 2014, 18:27:14
Wohnort: zu Hause

Re: Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon Lord Knut » Donnerstag, 08. März 2018, 22:51:43

Waren das offizielle Bezeichnungen ? Weil dann sollten die Bezeichnungen auch so um Buch erscheinen. Alles andere wäre unseriös.
Lord Knut
 
Beiträge: 26
Registriert: Freitag, 02. Juni 2017, 10:38:51
Wohnort: Randberlin

Re: Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon cableape » Freitag, 09. März 2018, 02:05:44

So stand das in den Bedienungsanleitungen.
Ich hatte einen 48/24er.

;)
cableape
 
Beiträge: 283
Registriert: Dienstag, 14. Oktober 2014, 18:27:14
Wohnort: zu Hause

Re: Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon Jobmotor » Montag, 12. März 2018, 18:24:25

Besonders die Herren vom NVA-Forum tuen immer so hochbegabt und wichtigtuerisch. Aber scheitern dann mit solchen unqualifizierten Aussagen.
Jobmotor
 

Re: Buch "Landgestützte Raketen..."

Beitragvon Augustin » Mittwoch, 16. Mai 2018, 14:47:39

Zur Ehrenrettung der Mitautoren:
Dieses damals neue Richtfunkgerät FM 24/400 mit seinen Zusatzgeräten hatte zu Beginn noch keine Fahrzeugzuordnung. Für die Erprobung und Truppenerprobung waren die Geräte auf dem LO der damaligen RT-417 unterbracht und erhielten die (Tarn) Bezeichnung RT-415M.
M für Modifikation
Nachfolgend lief die Modifikationserprobung mit W50 weiter.

Richtig ist, dass die Mitautoren diesen Sachverhalt der Ehrlichkeit halber auch hätten so darstellen müssen.
Zumal die RT-415M nur in den Landstreitkräften zur Erprobung stand und bei LSK/LV nie eingeführt worden war.

Die LSK/LV verfügten nur über die Endversionen FM 24/400 auf W50 und wie oben beschrieben mit den neuen Bezeichnungen.
Augustin
 


Zurück zu Gästebuch