System der Flug-Wetterberatung

Flugwetterdienst

System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon P-300 » Mittwoch, 11. Oktober 2017, 17:07:28

Da war mir doch letzten in meinen Analen eine Leitung von HFS-5 ZFWW zum FüP FOFMTFK aufgefallen.
Bezeichnung: 9156 Verwendung: Wetter 2
Was man sich alles mal so aufgeschrieben hat. :lol:
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Re: System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon Frank » Mittwoch, 11. Oktober 2017, 18:04:52

Das war der Anschluss an das MWIS in der HFS, sollte Duplex 100 Bd gewesen. Halt das Programm für das FO.
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Re: System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon Ecki » Freitag, 05. Januar 2018, 00:01:12

Da fällt mit der Part Flug-Wetterberatung der Bundeswehr ein. In der Luftwaffe dann Geophys genannt.
Die Geoinformationsberatungsstellen (GeoInfoBSt) der Luftwaffe werden aufgelöst. An den Drehflüglerstandorten werden sie als Teileinheiten ausgebracht.
Die Flugwetterberatung für alle Starrflügler-Geschwader erfolgt durch eine in das ZentrLuftOp integrierte zentrale Wetterberatungskomponente.
In allen Geschwadern wird Wetterbeobachtung in der Zielstruktur in teilautomatisiertem Betrieb durchgeführt.

Wäre das auch eine Struktur auf die die NVA zusteuerte ?
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Re: System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon Frank » Freitag, 05. Januar 2018, 16:55:42

Die militärischen Strukturen beider Dienste waren grundsätzlich nicht unterschiedlich – das wohl aus historischen Gründen. Die LSK/LV folgte beim Aufbau strikt der CA als Vorbild, die CA wiederum übernahm von der Wehrmacht die Eingliederung der meteorologischen Beratung. Die Bw handelte ebenso nach Vorbildern der Wehrmacht.

Durch die Besonderheiten beider Dienste bzgl. der Organisation und Einbindung in die militärischen Befehlsstrukturen wurden beide Dienste schon recht frühzeitig beauftragt die Zusammenführung und Integration des MD in den Geophys der Bw selbstständig und eigenverantwortlich durchzuführen.

Im August 1990 fand ein Treffen des Inspekteurs der Luftwaffe der Bw mit dem Chef LSK/LV im Harz statt. Dabei wurden grundsätzliche Fragen besprochen, die sich aus der anstehenden Wiedervereinigung für die Luftwaffe der beiden Armeen ergaben, und was auch die militärischen Wetterdienste der beiden Staaten einschloss.

Als unmittelbare Folge des Treffens fand kurz darauf ein erster offiziellen Besuch der Vertreter Fü L III 7 in der Abtlg MD des Kdo LSK/LV noch im August 1990 statt. Ein Gegenbesuch erfolgte 04/05.09.1990 im BMVg in Bonn sowie im AWGeophys in Traben-Trarbach.

Im Protokoll der Beratung ist vermerkt, das die Zielstellungen der meteorologischen Sicherstellung und der ornithologischen Beratung des MD LSK/LV dem Ziel der geophysikalischen Beratung in der Bundeswehr im Grundsatz entsprechen. Damit bestand zum Tag des Beitritts zum Grundgesetz nicht das Erfordernis, die Dienstanweisungen des LMD der NVA sofort außer Kraft zu setzen und durch die besonderen Anweisungen des GeophysBDBw zu ersetzen.

Ecki hat geschrieben:Da fällt mit der Part Flug-Wetterberatung der Bundeswehr ein. In der Luftwaffe dann Geophys genannt.
Die Geoinformationsberatungsstellen (GeoInfoBSt) der Luftwaffe werden aufgelöst. An den Drehflüglerstandorten werden sie als Teileinheiten ausgebracht.
Die Flugwetterberatung für alle Starrflügler-Geschwader erfolgt durch eine in das ZentrLuftOp integrierte zentrale Wetterberatungskomponente.
In allen Geschwadern wird Wetterbeobachtung in der Zielstruktur in teilautomatisiertem Betrieb durchgeführt.

Wäre das auch eine Struktur auf die die NVA zusteuerte ?


Auf allen Flugplätzen der NVA wurden die Piloten, der Flugleiter und der jeweilige Kommandeur von Diplom-Meteorologen im Offiziersrang direkt beraten. Dazu stand ihnen Unterstützung sowohl von Personal am Platz als auch beratend durch die ZFWW zur Verfügung. Umfangreiches aufbereitetes Material wurde dazu direkt dem Meteorologen am Platz zur Verfügung gestellt (die Militär-Kollegen von Na können ein Lied singen über die vielen Leitungen für den MD ;)). Das galt auch so für die HS-Plätze der Grenztruppen, wenn auch mit personeller Einschränkung.

Die Perspektivplanung des MD liegt bis 1995 vor, dazu gibt es ein Dokument ‚Plan der Maßnahmen‘ von 04/1988 unterzeichnet durch den Chef des Stabes LSK/LV. Darin wird keine Änderung der zuvor kurz beschriebenen persönlichen Beratung durch Meteorologen genannt. Der STAN blieb da stabil, Zuführungen neuer junger Meteorologen war geregelt und lief nach Plan. Baldige Versetzungen in den Ruhestand waren dabei eingeplant.

Aber sehr wohl auf dem technisch sicherstellenden Sektor weitere Punkte zur Automatisierung (und ‚neudeutsch‘ Digitalisierung) der gesamten Datenkette benannt. Dazu gehörten dann auch automatisch meldende Wetterstationen. Seit rund ~1980 wurde dieses (in enger Zusammenarbeit mit dem zivilen MD der DDR) aktiv vorangetrieben und partweise realisiert. Das führte dazu das ab 1985 erste Planstellen freigesetzt wurden (vorwiegend UaZ). Automatisierte Wetterstationen gab es ab ca. 1982, es gibt Berichte das die in der Mongolei immer noch arbeiten. Die waren aber innerhalb der LSK/LV nicht favorisiert. Wir wollten warten und setzten als Datenquelle auf die herkömmliche (strom- und leitungslose) Variante.

Zusätzlich erinnere ich daran dass bei den beiden RaBr der LaSK als auch bei der VM eigene meteorologische Unterstützung installiert war, diese wurden auch von der ZFWW operativ beraten und mit Material versorgt.

Die hauptsächlichsten Unterschiede beider Dienste bestanden darin das bei der Bw die met. Beratung durch Nichtmilitärs erfolgte und auch die Unterstützung mit aufbereitetem Material (wie met. Karten) durch zivile Einrichtungen sichergestellt wurde. Hier hauptsächlich via Darmstadt, der Zentrale des DWD. Auf meine Frage was sie denn machen wenn von dort aus irgendwelchen Gründen nichts mehr kommt, aber zB an einem Platz eine besondere Lage herrscht, hat man nur mit der Schulter gezuckt. Das muß ja nicht gleich Krieg bedeuten: wir hatten mehrere Zwischenfälle wo gerade junge Piloten beim Flug-Training in eine nichtvorhersehbare bedrohliche Situation gerieten und mit großem personellem Einsatz wieder ‚heruntergesprochen‘ werden mussten bzw auf einem, ihnen bis dato völlig unbekannten, Platz umgeleitet werden mussten.

Die Realisierung der Integration in den GeophysBW war dann natürlich in Praxis schwieriger als zuvor kurz geschrieben. Letztendlich muß rückblickend positiv festgestellt werden, daß kein Mitarbeiter des MD in die Arbeitslosigkeit entlassen werden musste, sich aber viele entlassen ließen – darunter auch ich.
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Re: System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon waldmann » Freitag, 05. Januar 2018, 21:13:20

Zusätzlich waren noch Hubschrauberverbände des Heeres in Cottbus und Basepohl aufgestellt. Wo lagen dort die Prioritäten ? Oder bekam das Heeresflugwesen etwa eigenes Wetterpersonal ?
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Re: System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon Frank » Freitag, 05. Januar 2018, 21:55:19

Die gehörten damals in der Friedensstruktur zum FO FMTFK - Führungsorgan Front- Marine & Transportfliegerkräfte, das FO zum Kdo LSK/LV. Die hatte ich daher nicht extra aufgeführt, die hatten also je eine Flugwetterwarte laut Standard-STAN und wurden genauso behandelt und sichergestellt wie alle anderen FWW der LSK/LV. Es gab da keinen Unterschied. Der letzte Leiter der ZFWW wechselte von Basephol dahin, er war zuvor langjähriger Leiter der dortigen FWW.
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Re: System der Flug-Wetterberatung

Beitragvon Hugo » Samstag, 06. Januar 2018, 00:24:19

Als Nebenbeitrag:
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Neues Wetterprojekt: Wir suchen ambitionierte Hobbymeteorologen und Wetterexperten

https://www.wetterprognose-wettervorher ... ojekt.html

Eventuell sehen wir uns dort wieder.
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